Kapitel 1: Deutsche Version

DIE LAUSITZ VON MORGEN

Die Lausitz ist im Wandel – nicht erst seit gestern. Vieles hat sich schon verändert, viel ist weiter in Bewegung. Mit dem Leitbild für die Lausitz wollen wir eine Vision schaffen, wie sich die Lausitz – auch Ihre Lausitz – in Zukunft weiterentwickeln soll und kann. Das Leitbild wird damit Orientierung schaffen für die Ausrichtung der künftigen Strukturpolitik, also unter anderem den Rahmen dafür setzen, in welche Bereiche die Fördergelder über die nächsten 20 Jahre fließen sollen. Wir möchten, dass Sie Ihre Sichtweise und Ihre Meinung hier mit einbringen! Deshalb unsere Fragen an Sie:

3. Wie stellen Sie sich die Lausitz von morgen vor?

4. Was braucht es für eine enkeltaugliche Zukunft in der Lausitz?

5. Welche Themen liegen Ihnen dabei besonders am Herzen?

Kommentare (11)

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ThomasK

ID: 26 18.09.2019 21:41

Die Lausitz von morgen muss Alles haben, was moderne Menschen brauchen bzw. sich wünschen, um auch Menschen aus anderen Regionen anzuziehen, die vielleicht hier ihre neue Heimat finden.

Der Breitbandausbau ist mittlerweile vorangeschritten, auch wenn die Leistungen teilweise schon wieder veraltet sind. Hier und in vielen anderen Belangen wünsche ich mir schnellere und dynamischere Entscheidungen der Politik.
Wo es immer noch hakt und das, wo wir bereits die 5. Generation des Mobilfunks vor uns haben!
Ich glaube an diesen beiden vorgenannten Themen machen Menschen, die sich möglicherweise die Lausitz als neue oder vielleicht auch wieder Heimat vorstellen können, sowie Unternehmen, die sich hier niederlassen könnten, ihre Entscheidung fest.

Dann habe ich hier etwas von ÖPNV und Klimaschutz etc. gelesen. Hier hat es die Politik und somit haben es die Entscheidungsträger versäumt, eine vernünftige Infrastruktur aufzubauen. Jetzt haben sie das Problem, dass sich die Leute an das Auto gewöhnt haben.
Erstens gibt es kaum Verbindungen von und zu verschiedenen Orten und wenn, dann ist es kompliziert, zeitaufwändig und nicht gerade preiswert!
Zweitens ist die Online Verbindungssuche eine Katastrophe aus meiner Sicht!

- Thema Kohle und Strukturwandel -

Über das Ende der Kohle kann glaube viel diskutiert werden, aber kaum jemand wird diese Entscheidung rückgängig machen. Also stellt sich die Frage "Was nun?" .. Hier scheinen mir die Möglichkeiten, die von Politik und Kohlekommission in Betracht gezogen werden, zu eng zu sein. Wenn die Tagebaue verschlossen sind, ist viel Land, wo Neues entstehen kann. So sollten sich eher Gremien zusammen finden, die erforschen, was die Lausitz attraktiv machen könnte, damit sich Unternehmen aus anderen Branchen, als "nur" der Energie, hier ansiedeln würden.
Ministerien hier zwangsansiedeln halte ich für den falschen Weg, zumal das keine Wertschöpfung ist, sondern hier zahlt lediglich der Steuerzahler die Arbeitsplätze. Mit dem Forschungslabor am Lausitzring für autonomes Fahren ist bereits ein erster kleiner Schritt gelungen. Es gibt Zukunftstechnologien, die erforscht und getestet werden müssen und manche brauchen möglicherweise Platz, den die Lausitz bieten kann.

Ein weiteres großes Thema ist die ärztliche Versorgung, gerade im ländlichen Raum. Auch hier muss mehr getan werden und vor Allem mal ggf. mit der Bundesregierung über dieses starre Konzept der Krankenkassen und kassenärztlichen Vereinigungen nachgedacht werden, ob nicht gerade bei dem Punkt viele Ärzte eben keine Praxis auf dem Land auf machen oder generell das Risiko einer eigenen Praxis eingehen!

Tom

ID: 19 18.09.2019 13:17

Kommentar zum attraktiven und grünen ÖPNV:

~Zielstellung~

Wenn das große Ziel der Landes- und Bundesregierung u.a. die Verringerung des Ausstoßes an Kohlenstoffdioxid und Sickoxiden determiniert, sollten die Investitionen der Fördergelder auch in Strukturausbauten fließen, welche Diesel (oder ähnliche, auf fossilen Energieträgern basierende Kraftstoffe) nicht beinhalten.

~Eine mögliche Stellschraube~

Ein Ansatzpunkt ist die Zahl der PKW auf der Straße zu reduzieren, den ÖPNV zu stärken (Streckenausbau, höhere und intelligentere Taktung) und attraktiver zu gestalten (z.B. mit günstigen Schüler-, Studenten-, Arbeits-, Senioren- , Touristen- oder 365€-Jahres-Tickets, etc.). Denn nur wenn beim ÖPNV das Angebot (Preis-Leistungs-Verhältnis) stimmt, steigt auch die Nachfrage. So funktioniert Marktwirtschaft.
Jedoch kann man von Bewohnern von Orten wo nur 3 Mal täglich ein (Schul-)Bus abfährt, nicht erwarten, dass sie auf ihre, mit Freiheit gleichbedeutende, Mobilität eines PKW verzichten. Auf dem Land ist das Automobil zum Beispiel für große/schwere Einkäufe oder interregionale Fahrten (Tagesausflüge, Urlaub, etc.) vermutlich noch für die nächsten 2 Jahrzehnte unerlässlich. Ein Verzicht käme einer Isolation von der Außenwelt gleich, weil hier das ÖPNV-Angebot viel zu schlecht (oder gar nicht vorhanden) ist.
Nein, ein Verzicht auf ein PKW kann in ländlichen Regionen nicht die erstbeste Lösung sein. Aber eine wesentlich bessere Anbindung und die daraus folgende stärkere Nutzung des ÖPNV innerhalb einer Region z.B. für den häufigen Tagespendler (Arbeiter*, Studenten*, Schüler*); für den Kleineinkauf oder den Besuch der Freunde, Bekannten und Verwandten im Nachbarort ist durchaus denkbar. Denn am Ende gilt: Jede PKW-Fahrt, die stattdessen durch den ÖPNV realisiert wird, spart den Ausstoß an klimaschädlichen Gasen.

~Ein funktionierendes Vorbild - Konzept „Regiotram“~

Wenn man sich die Frage zu einem besseren ÖPNV stellt, braucht man sich nicht unbedingt viel neues aus den Fingern zu saugen. Es genügt ein Blick in die Richtung, wo der öffentliche Personennahverkehr gut etabliert ist. Man sucht gute Umsetzungen heraus und adaptiert diese zusammen mit zukunftsorientierten, umweltfreundlichen Technologien auf die Strukturen der Lausitz.
Vorbild für die Lausitz kann hier das „Karlsruher Modell“ sein. Die Schaffung eines Tram-Train-Netzes im Zentrum der Lausitz wäre eine Möglichkeit die ländlichen Regionen an die Kleinstädte anzuschließen. Hier möchte ich unbedingt auf die Präsentation von Henry Riße und Dieter Ludwig verweisen, welcher auf statistische und technische Details in der Region Karlsruhe eingeht.
https://www.sfv.de/pdf/Das_Karlsruher_Modell.pdf
Innerhalb der Ortschaften würden die Triebwagen wie eine Straßenbahn fungieren. Da sie zwischen den Ortschaften auf die Gleisanlage der deutschen Bahn überwechseln können, würden die Landstraßen dadurch kaum beeinträchtigt werden.
Ich denke, dass in der Lausitz ein ähnliches Projekt realisierbar ist.

~Zwei Fliegen mit einer Klappe – Nutzung bereits vorhandener, jedoch nicht genutzter Strukturen~

In der Lausitz bietet sich für dieses Vorhaben ein großes Potential, denn: die vielen von Stilllegung betroffenen Gleise bräuchten nicht neu verlegt, sondern lediglich wiederinstandgesetzt und mit neugebauten Gleisen verbunden werden. Bei Gleisneuverlegungen können die stattfindenden Bauarbeiten genutzt werden um neben den Gleisen ähnlich wie bei der deutschen Bahn (https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/glasfasernetz-bahn-plant-ausbau-von-schnellem-internet-zu-unterstuetzen/22942754.html) Lichtleitungskabel für hohen Datentransfer zu verlegen. Somit bekämen auf dem Land lebende Bürgerinnen und Bürger neben der physischen auch eine digitale Anbindung.
Die Gleise der noch aktiven Kohlebahn (zur Versorgung der Kraftwerke) können nach dem Kohleausstieg in das Tram-Train-Netz integriert werden. Es wäre zu prüfen ob sogar eine früher beginnende Parallelnutzung der Gleisanlagen stattfinden kann. (Möglicherweise könnten die Regiotrams die Arbeiter aus dem Umland direkt zum Kraftwerk befördern.)

~Art der Triebfahrzeuge~

Aus meiner Sicht gibt es 2 zukunftsträchtige Möglichkeiten, den ÖPNV sauberer zu gestalten:
• Einsatz von Elektromotoren, welche ihren Betriebsstrom durch eine Oberleitung beziehen.
• Einsatz von Elektromotoren, welche ihren Betriebsstrom durch Brennstoffzellen generieren.
Der Einsatz von Fahrzeugen mit Akkumulatoren ist meiner Meinung nach aufgrund ihrer bedenklichen Produktion (vereinfacht: entweder günstig und umweltschädlich oder teurer und dafür umweltfreundlicher) und Haltbarkeit (u.a.: begrenzte Anzahl an Lade- und Entladezyklen, danach: notwendiger Austausch; Einfluss sehr hoher/niedriger Temperaturen auf die Belastbarkeit im Einsatz) nicht der bevorzugte Ansatz. Möglicherweise macht die Forschung weitere Fortschritte, sodass sich auch diese Lösung als ein Mittel der Wahl darstellen lässt.
Eine zukunftsorientierte Ergänzung des „Karlsruher Modells“ wäre der Einsatz von Triebwagen mit Brennstoffzellen, da hier auf die Errichtung einer elektrifizierten Oberleitung verzichtet werden kann. In Sachsen gibt es offenbar schon im ÖPNV befindliche Triebwagen, welche mit Wasserstoff angetrieben werden.
Siehe:
https://www.lvz.de/Region/Grimma/Weltweit-erster-Wasserstoffzug-rollt-nach-Grimma
https://www.dnn.de/Region/Mitteldeutschland/News/So-war-die-erste-Fahrt-im-Wasserstoffzug-von-Leipzig-nach-Grimma

~Die Versorgung~

Der benötigte hochreine Wassersoff kann durch das geplante „Wasserstoff-Referenzkraftwerk Industriepark Schwarze Pumpe“ erzeugt werden. Möglicherweise ist auch der Chemiestandort BASF Schwarzheide ein geeigneter Wasserstofflieferant. Nutzbare Gleise liegen jedenfalls schon an beiden Standorten an.

~Möglichen Vorteile – Beispiel für den Süden des Landkreises Oberspreewals-Lausitz~

(Berufs)Gruppen welche von diesem Konzept (bei gut geplanter Taktung) profitieren: ...
[Im Kommtentar unten gehts weiter.]

Tom

ID: 20 18.09.2019 13:25

(Berufs)Gruppen welche von diesem Konzept (bei gut geplanter Taktung) profitieren:
• Schülerinnen und Schüler welche am Rand der Einzugsgebiete wohnen, hätten eine (weitere) schnellere Möglichkeit zur Schule zu gelangen.
• Studenten der BTU Cottbus/Senftenberg könnten direkt an den Campus Senftenberg angeschlossen werden, da das Studentenwohnheim direkt am Bahnübergang der deutschen Bahn liegt. Der Campus läge nur 250 Meter von einem möglichen Haltepunkt entfernt.
• Direkte Anbindung von Großbetrieben wie Vestas Blades (in Lauchhammer) und BASF (in Schwarzheide) für seine Mitarbeiter
• Einwohner und Touristen in Ortsteilen von Städten (z.B. in Groß-/Kleinkoschen) hätten einen getakteten Anschluss zur jeweiligen Stadt (in diesem Beispiel: nach Senftenberg) und falls vorhanden: zum Bahnhof.
Ich bin mir bewusst, dass dieses Vorhaben einen großen und finanziell schweren Eingriff darstellt. Jedoch denke ich, dass genau das einen Gedanken einer Zukunftswerkstatt ausmacht…mal etwas über den Tellerrand hinaus zu schauen.

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Klaus

ID: 18 17.09.2019 16:51

Leserbrief zur Energiewende in der Stromerzeugung

Ausgangslage:
Aus heutiger Sicht werden die Klimaschutzziele für 2020 durch Deutschland nicht eingehalten. Die Ursachen sind vielschichtig. Die Kohleindustrie hat seit 1990 den größten Anteil hinsichtlich der Einsparungen von NOx und CO2 erbracht. Weitere Einsparungen an CO2 wurden durch politische Entscheidungen verhindert, indem die Entscheidung zur CO2 Abspaltung und unterirdische Verbringung auf die Länderebene delegiert wurde, trotzdem die Energiewende ein bundesdeutsches Problem ist. Ein kapitaler Fehler der Bundespolitik.
Des Weiteren kann aus heutiger Sicht eingeschätzt werden, daß für die Zeit der sogenannten Dunkelflaute auf absehbare Zeit, mindestens bis 2030, keine praktikablen Energiespeicher zur Verfügung stehen, um die erforderliche Grundlast und Netzstabilität zu sichern. Siehe auch Aussagen von Professor Schwarz von der BTU Cottbus/Senftenberg, der auf diesem Gebiet maßgeblich wissenschaftlich aktiv ist.

Die grüne Idee, die Dunkelflaute mit neu zu bauende Gaskraftwerken abzusichern, ist äußerst unwirtschaftlich und treibt den Strompreis weiter in die Höhe, denn Deutschland hat jetzt schon mit die höchsten Strompreise und wird international noch unwirtschaftlicher.
Des Weiteren sind Gaskraftwerke mit Berücksichtigung der Gasgewinnung und des Gastransportes fast genau so umweltschädlich wie Braunkohlekraftwerke.
Deshalb brauchen wir die CO2 Abscheidung zur Einhaltung der Klimaschutzziele und um Zeit zu gewinnen, für die Umsetzung der mit Recht geforderten Strukturentwicklung, die mindestens ein Jahrzehnt braucht.

2. Lösungsansatz:
Die Entscheidung der CO2 Abscheidung und unterirdische Verbringung ist von der Länderebene auf die Bundesebene zu heben. Die Bundesregierung muß entscheiden, daß die großtechnisch erfolgreich erprobte CO2 Abscheidung und unterirdische Verbringung auf Land oder Meeresboden zeitlich solange zur Anwendung kommt, bis praktikable Energiespeicher zur Verfügung stehen. Die vorhandene Untergrundspeicher reichen mindestens bis 2050/60. Außerdem hat Norwegen genügend Untergrundspeicher
angeboten. Einige Länder betreiben schon CO2 freie Kohlekraftwerke,wie z.B. Indien.

Wer wirklich am Klimaschutz mitwirken will, kann sich dieser Offerte nicht verschließen.

3. Welche Vorteile ergeben sich:
- Die Klimaschutzziele werden für die Braunkohlenverstromung ab 2023 eingehalten.
- Das eingelagerte CO2 kann später einer industrietechnischen Verwertung zu geführt werden. Im kleinerem Maßstab passiert das schon. Für die Forschung, die hier am Ball ist, gewinnen wir kostbare Zeit.
- Zeitgewinnung für die Erforschung der notwendigen Energiespeicher.
- Zeitgewinnung für die Strukturentwicklung, die viel Zeit in Anspruch nehmen wird.
- Kein Strukturbruch und Erhalt der Arbeitsplätze bis zum Ersatz neuer Arbeitsplätze.
- Stabile, sichere und preiswerte Energieversorgung.

4. Fazit:
Die Lösung liegt auf dem Tisch, sie muß nur umgesetzt werden.
Wir brauchen deshalb keine neuen Steuern, sondern weitere technische Lösungen.

Spremberg, den 10.05.2019
Klaus Grüneberg

Howetzel

ID: 24 18.09.2019 15:36

Lieber Klaus, Du weißt, dass ich es genauer sagen kann! Allein die Lausitz hat mit mehr als 140 Mio.t Treibhausgaseinsparungen mehr als die Hälfte der deutschen Treibhausgaseinsparung erbracht! Die Braunkohleförderung ist von 200 Mio t auf heute 60 Mio t zurückgefahren worden (70%). Im Gegensatz zur Steinkohle ist die Brankohleverstromung trotz der Zusatzlasten wirtschaftlich! Die Lausitz hat demnach sehr viel schon jetzt eingebracht! Es ist geradezu lächerlich, wenn die deutsche Politik die Lausitz mit einem so geringen Teil der 40 Mrd.€ abspeisen will. MdE Dr. Ehler hat darüber noch darauf hingewiesen, dass es Deutschland versäumt hat, für dieses Geld die beihilferechtlichen Regelungen zu schaffen! - Neue BLÜHENDE Landschaften!
Die Lausitz braucht keinen neuen Strukturbruch, sondern eine längst überfällige Strukturentwicklung.
So und nun zum Unsinn mit den Gaskraftwerken: Als Projektentwickler Erneuerbare Energien habe ich sehr aufmerksam die Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie vom 11.1.2019 gelesen: " wenn Methan-Emissionen berücksichtigt werden, haben konventionelles Erdgas und Schiefergas einen größeren Treibhausgas-Fußabdruck als Kohle und Öl". Deutschland spart also nicht nur viel an Investitionen, wenn weiter Kohle verstromt wird, statt mit teurem Erdgas einen Kohleausstieg zu forcieren, sondern tut auch was für die Errreichung der Ziele des Welt-Klimas!

Till

ID: 14 13.09.2019 15:04

Kurz gefasst wünsche ich mir vor allem, durch ein Leitbild nicht Opfer politischer Postulate zu werden. Weltoffenheit ist eine schöne Sache, doch wenn das Adjetkiv bunt hinzukommt wird es plakativ und schmierig-ideologisch!
Ich will keine aufgeblähzen Behörden in der Lausitz und keine Modetechniken, auf die sich alle stürzen. Wenn wir digital und von den Verkehrswegen top angeschlossen sind, reicht dies um zukunfttauglich aus eigenen Ideen zu wirken. Und ich wünsche mir weniger Hysterie, sich beim Tempo der Umstrukturierung zu überschlagen. Das alte darf noch etwas Gnadenfrist erleben, während die neuen Möglichkeiten schnell hermüssen um eine Weile parallel zu existieren. Sehr wichtig sind mir deutlich mehr Grenzübergänge nach Polen, ein ICE Berlin-Horka-Kohlfurt-Liegnitz-Breslau und starkes Internet. Und weniger Betonkopfdenken im Umgang über die Grenze. Unbegreiflich ist mir, dass nicht haufenweise Deutsche als Penlder nach Polen unterwegs sind, wo wir unbemerkt der deutschen Öffentlichkeit in vielen Bereich bereits abgehängt wurden. Die Sprachangebote Polnisch und Tschechisch sind bislang viel, viel zu dürftig.

aggregat

ID: 11 12.09.2019 12:36

Zukunft Lausitz: weltoffen, transnational, Identität durch Kultur und Wissen; Talent, Technik, Toleranz (Richard Florida).
Für die Zukunft geht es auch um Infrastruktur, aber viel mehr um die Selbstermächtigung und -befähigung der Lausitzer. "Hier kannste machen!" Und: Das Automobil ist 20. Jhd. - die Lausitz sollte Maßstäbe für kommende Jahrzehnte setzen!

CarelCarlowitz

ID: 8 10.09.2019 21:26

Stimme meinen Mitdiskutanten sehr zu. Die Lausitz sieht sich künftig nicht mehr mit dem Rücken zur Wand - und auch die Grenzen zu Polen und Tschechien sind nicht mehr die mentale Sperre, die sie heute noch vielfach sind.
Die enkeltaugliche Lausitz blickt optimistisch in die Zukunft. Kommunale Selbstverwaltung wird auch in kleineren Orten wieder möglich, weil man die Finanzkraft der Kommunen gestärkt und Selbstverwaltungs- und Gestaltungsrechte wieder so weit wie möglich "nach unten" zurückgegeben hat.
Die enkeltaugliche Lausitz wird die erste Region in Deutschland sein, die es geschafft hat, vollständig aus der Nutzung von Kohle, Öl und Gas auszusteigen - noch vor den Bayern, die sich sonst immer nach vorne drängeln. Dabei wird die Lausitz auf ihre Ingenieurskompetenz als Industrie- und Energieregion zurückgreifen können - denn Ingenieursgeist zeichnet aus, sich vor keinen Herausforderungen zu fürchten und mit Realismus UND Optimismus an schwierige Aufgaben heranzugehen.
Enkeltauglich ist die Lausitz, weil sie es gelernt hat, auf alte Traditionen des Handwerks, der Industrie und der Landwirtschaft zurückzugreifen und daraus Produkte zu entwickeln, die den Nerv der Zeit treffen - langlebig, "made in the region", aus wiederverwertbaren Stoffen, optimal reparaturfähig, anküpfend an das regionale Kulturerbe der Sorben und des Spreewalds, selbstverständlich umwelt- und klimaverträglich produziert.

Maria

ID: 5 09.09.2019 11:44

Die Lausitz von morgen ist gut digital erschlossen, d.h. konkurenzfähig zu anderen Regionen. Damit mobiles Arbeiten auch von überall möglich ist und die Pendlerbewegungen in Richtung Dresden, Berlin oder noch weiter weg reduziert werden und sich der Verkehr auf den Straßen wieder reduziert.
Mobiles Arbeiten von zuhause oder aus dem Co-Working Space im Ort erleichtert auch das tägliche Arbeitsspektrum von Haushalt, Kinderbetreuung, Ehrenamt etc., da weniger Zeit auf Straße oder Zuggleis verloren geht.

Franz

ID: 3 09.09.2019 11:26

Nachhaltigkeit, Offenheit gegenüber Neuem, Freundlichkeit gegenüber Fremden