Kapitel 1: Deutsche Version

DIE LAUSITZ VON MORGEN

Die Lausitz ist im Wandel – nicht erst seit gestern. Vieles hat sich schon verändert, viel ist weiter in Bewegung. Mit dem Leitbild für die Lausitz wollen wir eine Vision schaffen, wie sich die Lausitz – auch Ihre Lausitz – in Zukunft weiterentwickeln soll und kann. Das Leitbild wird damit Orientierung schaffen für die Ausrichtung der künftigen Strukturpolitik, also unter anderem den Rahmen dafür setzen, in welche Bereiche die Fördergelder über die nächsten 20 Jahre fließen sollen. Wir möchten, dass Sie Ihre Sichtweise und Ihre Meinung hier mit einbringen! Deshalb unsere Fragen an Sie:

3. Wie stellen Sie sich die Lausitz von morgen vor?

4. Was braucht es für eine enkeltaugliche Zukunft in der Lausitz?

5. Welche Themen liegen Ihnen dabei besonders am Herzen?

Kommentare (38)

Daniel

ID: 104 18.10.2019 21:53

Das Leben in der Lausitz ist in weiten Teilen doch gar nicht schlecht. Fachkräfte werden gesucht. Ja, die Löhne sind niedrig - die Lebenshaltungskosten meist aber auch.
Es geht darum, auch wieder zu einer Kleinteiligkeit zurück zu finden: der kurze Weg in den nächsten Ort, Schule, Kneipe, Post, Sparkasse - alles in Reichweite.
Dringend geklärt werden muss die Mobilität im ländlichen Raum - hier muss es neue Angebote geben, bspw. durch selbstfahrende (autonome) Busse etc. Gerade hier kann die Region innovativ sein und Ideen entwickeln.
Diese Lebensqualität ist notwendig, damit Menschen in die Region kommen, die wir brauchen.
Kein Ingenieur einer "neuen" Industrie oder der Selbsständige, der von zu Hause arbeitet wird in die Region kommen, wenn die Daseinsvorsorge nicht funktioniert und es keine Schule gibt etc.
Und es wird auch niemand kommen, wenn alles neue und andere immer schon abgewertet wird oder immer wieder die alte Geschichte der Braunkohle erzählt.
Und eine unterstützende Kultur braucht hierfür auch die öffentliche Verwaltung. Das neue, das andere gab es eben noch nicht - deshalb muss es ja nicht schlecht sein und muss nicht mit tausenden Auflagen verbunden werden.
Vielleicht braucht die Region einfach auch mal mehr Zuversicht.

Lydia

ID: 103 18.10.2019 21:36

In der Lausitz von morgen, werden nicht neue Straßen zur Autobahn gebaut sondern die Menschen ziehen hierher, weil es eben diese Straßen nicht gibt. In der Zukunft, hat jeder Lehramtsstudent einer Sächsischen Uni auch mal eine Schule in der Provinz besucht und nicht nur nachgeredet was andere über die Region sagen. Und in der Zukunft der Lausitz haben Kinder am Anfang des Schuljahres einen Klassenlehrer vor der Nase, weil sie es verdient haben.

André

ID: 98 17.10.2019 22:45

Die Lausitz von morgen sollte noch die modernsten Kohlekraftwerke am Laufen halten und für deren Betrieb den Tagebau um die Ecke. Die ältesten KKW sollten abgeschalten werden. Die Kumpel sollten rechtzeitig eine Chance bekommen sich umzuorientieren. Das kann aber nur durch eine Landespolitik erreicht werden, die dafür sorgt, dass neue Industrie in der Lausitz angesiedelt wird. Die Lausitz wäre heute ohne den Bergbau von damals eine waldreiche Sumpflandschaft mit wenig bis gar keine Bevölkerung. Aufgabe ist es nun einen Industriezweig zu finden der Arbeit für viele Menschen und deren Generationen bringt. Nur so kann man einem Demographieproblem entgegen wirken. Passiert da nichts, werden Jüngere immer wegziehen und die Alten werden hier das Licht ausmachen. Keine Industrie-keine Zukunft. Der Tourismus kann das alleine nicht schaffen. In Meck.-Pomm. sterben schon die ersten Dörfer und Weißwasser macht sich auch schon Gedanken, wie es weitergehen soll. Fakt ist, sollte ein Kohleausstieg, wie von den Grünen und Gretaanhängern gewünscht, hätte das fatale Auswirkungen auf solch "große" Städte wie Weißwasser, Spremberg, Hoyerswerda. Auch Sfb, Großräschen, Boxberg, Lauchhammer. Diese Städte sind nur durch die Kohle gewachsen. Also: Wir brauchen DRINGENDST neue Industrie.

Renej

ID: 106 18.10.2019 22:41

Wie viel Unterschied der Kohleausstieg für Großräschen, Lauchhammer oder Hoywoy noch macht, bin ich mir nicht sicher. Viele, die ihr Berufsleben in der DDR begonnen haben, sind noch lange aus Hoywoy in die Hauptverwaltung nach Cottbus gependelt. Aber die sind oder gehen jetzt mit oder ohne Kohleausstieg in Rente. Dass die ältesten Blöcke abgeschaltet werden müssen und die neuen noch etwas laufen können, sind wir uns sicher einig. Bei den entsprechenden Jahreszahlen möglicherweise nicht mehr. Ich habe mit dem Enddatum 2038 gar kein Problem, aber nur wenn die alten Mühlen schnell vom Netz kommen und die Tagebaue dort verkleinert werden, wo es am besten die Folgeschäden verringert.

Lutz22

ID: 95 16.10.2019 17:36

Schon in naher Zukunft dürften nicht bloß die Bewohner der Lausitz, sondern alle Menschen auf der Erde eine neue Vorstellung von ihren eigenen Interessen, Antrieben und Zielen im Leben haben, die uns alle zu einer wesentlich besseren Zusammenarbeit befähigt als das bisher für möglich gehalten wurde. Denn es kann sich sehr leicht herausstellen, dass Menschen von ihrer eigenen Natur aus weder gezwungen sind, die Tradition ihrer gegenseitigen Bedrohungen, Schädigungen und Kränkungen fortzusetzen, noch gezwungen sind, im Interesse eines vollkommen befriedigenden, reichen und glücklichen Lebens ihre natürlichen irdischen Lebensgrundlagen zu zerstören. Zwar braucht es für so eine „enkeltaugliche Zukunft“ nicht nur ein paar neue Ideen, sondern eine durchaus sehr anspruchsvolle Qualifizierung jedes einzelnen Menschen, die vor allem die biologischen Grundlagen der eigenen Gefühle und Bedürfnisse betrifft. Aber es ist auch mit einer sehr starken Motivation für die Weiterentwicklung der eigenen Vorstellungen vom Leben zu rechnen, sobald genügend viele Einzelpersonen in einer Region mit der dazu erforderlichen friedlichen, respektvollen und gleichberechtigten Kommunikation begonnen haben. Das erfordert auch die Mitwirkung von Universitäten und anderen wissenschaftlichen Institutionen. In der Lausitz hätten wir dazu unter anderem die BTU Cottbus-Senftenberg. Bis jetzt wird dieses Thema, das mir besonders am Herzen liegt, unter dem Motto „Zielbewusstsein für die Lausitz“ eher in überregionalen Netzwerken von Zukunftswerkstättenmoderatoren diskutiert, die in diesem Zusammenhang schon mehrere Zukunftswerkstätten im IBA-Studierhaus in Großräschen veranstaltet haben. Mehr kann an dieser Stelle heute nicht dazu gesagt werden. Das ist auch nicht erforderlich, denn die Arbeit an diesem Thema findet durchaus in der Öffentlichkeit statt, zum Beispiel im Soziokulturellen Zentrum in Cottbus-Sachsendorf und dort auch in den wöchentlichen Sprechcafés mit internationaler Beteiligung.

Renej

ID: 91 16.10.2019 13:37

Die Lausitz von morgen muss eine Region sein, in der nicht nur Behörden und Unternehmen, sondern jeder Bewohner gelernt hat, intelligent mit Wasser umzugehen, damit es in den leider voraussichtlich häufiger werdenden Dürresommern überall Oasen gibt, in denen nicht nur Pflanzen- und Tierarten, sondern auch die mit unserer (bisherigen) Landschaft verbundenen Traditionen überleben können.
Die Lausitz braucht:
- Gute Bahnanbindung nach Berlin, Dresden, Leipzig und Wrocław, und damit ist kein ICE gemeint. Denn der würde nur an einem Ort halten können und müsste die anderen Lausitzer Städte links liegen lassen.
- Vermeidung unnötig großer Tagebauseen, aus denen zu viel Wasser verdunstet. Ein nicht vom Kohleunternehmen diktiertes wasserwirtschaftliches Konzept für die Region, dezentraler Rückhalt und Speicherung von Wasser in jedem Stadtquartier, Wohngrundstück oder Feuchtgebiet.
- Verringerung des Autoverkehrs statt zusätzlicher Straßen. Wir haben in den letzten Jahren schon genug seelenlose Pisten bekommen, wo man nur noch auf Schildern lesen kann, wo man sich überhaupt befindet. Solche (Umgehungs-)Straßen verhindern regionale Identität statt Orte und Menschen zu verbinden.
- Regionale Wirtschaftskreisläufe sollten als Basis angesehen werden, weil sie von Entscheidungen einzelner Unternehmen oder Schwankungen auf dem Weltmarkt unabhängig sind. Exportorientierte Wirtschaft sollte diese Basis ergänzen, aber darf sie nicht ersetzen.
- Sofortige Planungssicherheit für die von Umsiedlung und Tagebaurandlage bedrohten Dörfer. Solange Kohlekonzern und Landesregierungen noch um Abbaugebiete pokern, gibt es keine gemeinsame konstruktive Arbeit an der Zukunft. Denn solange werden betroffene Menschen als Spekulationsobjekt missbraucht und Tagebaubeschäftigte von professionellen PR-Strategen gegen Kohlekritiker aufgehetzt.

Kristin

ID: 88 16.10.2019 10:18

Ich stelle mir vor, dass wir hier auch in Zukunft gut Leben und Arbeiten können. Die Löhne sollten entsprechend attraktiv gestaltet werden. Keiner sollte hier Angst um seine Zukunft haben müssen. Dazu ist es nötig, dass die Politik mit Bedacht in Ruhe überlegt, wie der Strukurwandel, hinsichtlich dem Kohleausstieg hier aussehen soll. Soetwas geht nicht von Heute auf Morgen und sollte nicht allein von denen entschieden werden, die gar nicht wissen, wie es hier in der Lausitz um Arbeitsplätze steht. Meine Enkel und Kinder sollen hier auch attraktive, vielseitige Arbeitsmöglichkeiten haben! Die Lausitz kann in Zukunft nicht nur von Tourismus leben! Die Natur soll erhalten bleiben. Neue Windkrafträder sollen die Landschaften nicht zerstören, sondern nur auf ohnehin freie Flächen platziert werden, damit auch meine Enkelkinder noch Kiefernwälder kennenlernen.

Mara

ID: 85 10.10.2019 21:49

In einer enkeltauglichen Lausitz leben Menschen, die gelernt haben, einander zuzuhören und miteinander zu reden, die eine gemeinsame Identität entwickelt haben und das Neue als eine Chance sehen, die durch positive gemeinsame Erlebnisse ein Wir-Gefühl entwickelt haben und so empathisch gegenüber sich selbst und anderen sind. Sie setzen der Digitalisierung ihre Kreativität und ihre Problemlösungsstrategien entgegen. Genau das, was den Menschen so einmalig macht.
Alle diese Qualitäten werden durch ein Bildungssystem entwickelt, was den großen Schwerpunkt auf Musik und Kunst legt, statt diese Fächer immer weiter runterzukürzen. Kinder und Jugendliche dürfen mitentscheiden, wohin die Reise geht. Sie werden gefragt, wenn es um ihre eigene Zukunft geht.
Gerade kulturelle und insbesondere musikalische Institutionen und Projekte werden verstärkt gefördert. "Kulturarbeiter", Dozenten, Projektleiter, Lehrer werden endlich adäquat bezahlt. Die Kultureinrichtungen und Projektträger sind mit genügend und planbaren finanziellen Mitteln und mit einer gewissen Freiheit ausgestattet. Das geschieht vor allem im Bereich der Basiskultur und nicht, wie derzeit häufig zu finden: dass nur die Hochkultur und diverse Preise zählen. Es werden die vielfältigen Nebeneffekte der künstlerischen, insbesondere musikalischen, Betätigung einbezogen um so eine besondere Gesellschaft auch über Länder- und Milieugrenzen hinweg zu formen.
Dieses obige Thema liegt mir ganz besonders am Herzen.
Dazu kommt der Ausbau der Mobilität durch bessere Bahnanbindungen, engere Taktung auch und gerade über die Grenze hinweg. Der ÖPNV könnte viele Autos ersetzen (wenn auch nicht alle).
Auch der Breitbandausbau ist immer wieder zu nennen, wobei ein funktionierendes H-Netz fürs erste vollkommen ausreichen würde.
Eine Unterstützung der Familien durch kostenfreie Kitas und Krippen ist angebracht.
Vielleicht wäre die Lausitz auch die Modellregion für ein Bedingungsloses Grundeinkommen.

ZV LSB

ID: 83 10.10.2019 14:23

Das Lausitzer Seenland entwickelt sich immer mehr zum attraktiven Reisegebiet, was neugierige deutsche und tschechische Gäste anzieht.
Um sich von anderen "gestandenen" Regionen abzuheben, sind hohe Qualitätsstandards und Innovationen wichtig. Zur Förderung des Tourismus, speziell im Lausitzer Seenland, liegen uns die Themen Ausbau Mobilfunknetz/Internetanschluss, Fachkräftegewinnung, Förderung von Neuansiedlungen und Qualitätssteigerung sowie unbürokratische Genehmigungsverfahren am Herzen.

Mario

ID: 80 09.10.2019 20:10

Die Lausitz von Morgen:
Ohne „German Angst“, groß denkend, tolerant und selbstbewusst.

Die Bahnverbindungen im „S-Bahn-Takt“ zwischen den wichtigsten Lausitzer Städten und Berlin, Dresden, Leipzig und Wroclaw sowie die Schaffung der Voraussetzung zu E- bzw. H2-Mobilität (Tankstellennetz mit der kompletten Wertschöpfungskette „made by Lausitz“) und modernster Verkehrsleitsysteme (inkl. autonomes Fahren) lassen die Lausitz näher zusammen bzw. an die Metropolen rücken. Der ÖPNV der Zukunft ist kostenlos.
Mobilfunklöcher sind ein Relikt der Vergangenheit und ein bezahlbarer 5G-Standard ist Usus.

Aus einer ehemaligen Region der Textilindustrie sowie Kohle- und Energieerzeugung werden moderne Zentren für Forschung, Verwaltung und Kultur. Die vorrangige Konzentration auf Medizin, Energiedienstleistungen (weltweite Vermarktung existierenden Knowhows), Technologieführerschaft in Wasserstofftechnologien und ökologischer Landwirtschaft (Slow Food unter Berücksichtigung des Klimawandels) schafft weitere gut bezahlte Lebensperspektiven. Diese erzeugen auch Kaufkraft für Handwerk und Dienstleistungen und strahlen somit auch auf die umliegenden Gebiete aus.
Potsdam und Dresden haben sich entschlossen, ihre hohe Dichte an Behörden zu entflechten und verstärkt Verwaltungen in der Fläche anzusiedeln.
Die Landesentwicklungsgesellschaft bzw. das Lausitzministerium gehört in die Lausitz!

Der Zugang zu hochwertigen Bildungs- und Kultureinrichtungen ist allen Interessierten preiswert möglich.
Die Leuchttürme wie das Staatstheater Cottbus und das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst, Hochschulen und Universitäten haben ein klares Profil und sind auskömmlich finanziert.

Die zunehmende Integration von Migranten in Jobs und Gesellschaft schafft ein Klima der Toleranz.

Was braucht es für eine enkeltaugliche Zukunft in der Lausitz:

Um die Lausitz von morgen Realität werden zu lassen, braucht es Bedingungen, die junge, kluge und engagierte Köpfe anziehen:
- klare Strukturen und Fokussierung aller Beteiligten auf wenige konkrete Perspektiven
- langfristige Sonderwirtschaftszone mit steuerlichen Vergünstigungen für Ansiedlungen
- Staatsvertrag zur langfristigen Absicherung der geplanten Fördermaßnahmen, inkl. eines Instrumentariums zur Vermeidung von Zweckentfremdungen der Mittel
- Einsatz der geplanten Strukturwandel-Fördermaßnahmen nur für Lausitzer Infrastruktur (Gleis, Autobahn, Funk und E- bzw. H2-Tankstellennetz), Forschung, Investitionsanschub von Ausgründungen und die sogenannte Hochkultur. Nur notwendige Mittel für Verwaltung und Koordination des Prozesses, allerdings diese auch in der Lausitz ansiedeln. Wobei die hierfür notwendigen Abläufe digital und transparent zu gestaltet werden sollten.
- Umwelt- und Landschaftsgestaltung unter den Bedingungen des Klimawandels muss neu gedacht werden (veränderte Nutzung von Wasser- und Bodenressourcen als vermarktbare Innovationschancen für Wissenschaft, Landwirtschaft und Industrie)
- Unternehmerische Leistungen müssen gesellschaftlich belohnt, aber Fehler/Scheitern auch zugelassen werden
- Unternehmerischer Erfolg sollte wieder verstärkt der Gesellschaft dienen (Sponsoring)
- Auskömmliche Ausstattung von Justiz, Polizei und Bildungseinrichtungen für eine sichere und tolerante Gesellschaft
- Verstärkte Förderung der kulturellen Schätze (Theater, Museen und Sportstätten) als Bildungs- und Freizeiteinrichtungen – hier kann viel für ein Lausitzer Selbstbewusstsein und damit Identität erreicht werden. Ein hoher Freizeitwert ist ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor.
- Hochschulen und Universitäten müssen Ihre Aufgabenstellungen konsequent an den perspektivischen Bedürfnissen der Umwelt und der Gesellschaft ausrichten und dafür natürlich auch von öffentlicher Hand und Wirtschaft ausreichend ausgestattet sein.

HansGeorg

ID: 75 09.10.2019 12:17

Hans-Georg

HansGeorg

ID: 76 09.10.2019 12:24

5. Welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?
- Biotopvernetzung, d.h. für die Lausitz und mich:
BIOTOP - das ist der Lebensraum, in dem eine vorbildliche, sich durch Selbstregulierung erhaltende Gemeinschaft, gegeben ist.
VERNETZUNG - das ist die Verbindung von Biotopen untereinander. Ohne Verbindung würde das einzelne Biotop sich nicht entwickeln können.
Eine unserer Aufgaben ist die Vernetzung von Biotopen, die in vielerlei Form und Größe übers Land verstreut sind. – Auch Dörfer können Biotope sein, auch Spielplätze, Schulhöfe und Friedhöfe, natürlich auch ein Baum, eine Allee. Aber wir müssen sie miteinander verbinden."

6. Aus welchen Gründen ist Ihnen dieses Thema ……………..
- Seit der Wendezeit sind – gerade in der Heide- und Teichlandschaft der Oberlausitz- fast alle Obstbaumalleen verschwunden, durch den Kraftverkehr und die Landwirtschaft vernichtet worden.
- Alleen und Baumreihen besitzen einen hohen kulturhistorischen Wert als traditionelles Straßenbegleitgrün und erfüllen vielfältige Funktionen.
- Alleen besitzen einen hohen Erlebniswert und dienen der Orientierung und Akzentuierung als Element der ortsspezifischen Kulturlandschaft
Eine Wiederanpflanzung scheitert in der Regel an den beiden Regelwerken ESAB und RPS. In ihnen werden Allee- und Straßenbäume für tödliche Verkehrsunfälle verantwortlich gemacht. Als Konsequenz sollen Bäume nur mit einem Mindestabstand von 4,50 m vom Fahrbahnrand gepflanzt werden dürfen.
Das sind Gebote für die Landratsämter. Bei einem Abstand von 4,50m sind Alleeanpflanzungen aus Kostengründen nicht möglich.
Hier sind Ausnahmeregelungen notwendig und möglich: wie die 2015 neu gepflanzte Obstbaumallee zwischen Spreewiese und Klix, in alter Flucht gesetzt. Straßenabstand ca. 1-2m. Ein wunderbares Kultur- und Landschaftsbild für jeden, der diese Strecke mit dem Rad oder Auto fährt oder diese als Wanderer erlebt.
Diese erste Ausnahmeregelung ist überall in der Lausitz machbar, vor allem im Hinblick auf das zukünftige autonome Autofahren.

7. Warum ist das Thema besonders wichtig für Sie persönlich?
Habe selbst für diese Allee ca. 15 Jahre mit den Behörden gekämpft, bis das LRA Bautzen schließlich ihr o.k. gab.
Aber wie geht es weiter? Es passiert nichts mehr, denn die Autolobby beherrscht weiter die Behörden.